Vorkaufsrecht? Nichts unterschreiben!

Aus verschiedenen Aspire-Häusern ist jetzt zu hören, dass die Mieter*innen direkt angeschrieben werden, sie könnten ja mal in Verhandlungen über einen Kauf der Wohnung treten. Und im Text taucht dann auch das Wort „Vorkaufsrecht“ auf. Aber das ist was anderes!
Vorkaufsrecht gibt es erst, wenn mit jemand anders ein Kaufvertrag geschlossen wurde. Das muss den Mieter*innen mit allen Details mitgeteilt werden. Und dann haben sie unter bestimmten Bedingungen ein Recht darauf, anstelle des anderen Käufers zu ganz genau denselben Bedingungen selber die Wohnung zu kaufen. Pech für den ursprünglichen Käufer.
Der Preis ist normalerweise niedriger, als wenn man als Mieter selber verhandelt. Deshalb sind die jetzt auch darauf gekommen, den Mieter*innen Verhandlungen anzubieten. Nur: mit Vorkaufsrecht hat das noch gar nichts zu tun. Wieder einmal: Berlin Aspire versucht Mieter*innen zu verarschen!
Natürlich kann kaum eine*r von den Altmieter*innen sich die Wohnung leisten – so oder so. Aber trotzdem auf keinen Fall vorzeitig aufs Vorkaufsrecht verzichten – vielleicht kommt ja doch die große Erbschaft oder der Lottogewinn während der zwei Monate Bedenkzeit. Und: jede Verzögerung verlängert die Schutzfrist für Bestandsmieter*innen!
Wir meinen: neue Verarsche, Berlin-Aspire-typisches Muster.


2 Antworten auf „Vorkaufsrecht? Nichts unterschreiben!“


  1. 1 Susanne 05. Dezember 2015 um 21:27 Uhr

    Nein, nichts unterschreiben und nicht auf das Vorkaufsrecht verzichten. Vielleicht sogar reagieren und mitteilen, dass man im Prinzip interessiert sei.

    Das könnte auch dann sinnvoll sein, wenn es um völlig überhöhte Preise geht und um Schadensersatz.
    http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article136760241/Diese-Tricks-bringen-Mieter-um-ihre-grosse-Chance.html

  2. 2 Susanne 07. Dezember 2015 um 23:28 Uhr

    liebe Aktive gegen Berlin Aspire,

    die Huttenstraße 71 hat im Oktober eine Briefaktion an alle Bezirksverordnete in der BVV Mitte und an einen Teil der Berliner Abgeordneten organisiert. In dem Brief wurden die Geschäftspraktiken von Berlin Aspire ausführlich erklärt und insbesondere darauf eingegangen, dass die Ferienvermietungsanzeigen auf den Investorenwebseiten in der Hauptsache dazu dienen, den Käufern mögliche hohe Renditen vorzugaukeln, damit die Wohnungen zu vollkommen überhöhten Preisen verkauft werden können. Das haben zwar nicht alle Politiker_innen so ganz verstanden, aber die Zweckentfremdungsanzeigen für Ferienwohnungen und Leerstände werden jetzt vom Bezirksamt Mitte verfolgt. Es gibt auch eine Antwort auf eine Kleine Anfrage in der BVV (auf 2. Antwort klicken):
    http://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/ka020.asp?KALFDNR=2303

    Es macht also Sinn dranzubleiben und die Ferienwohnungsvermietung gut zu dokumentieren (ebenso wie den Leerstand) und immer wieder zu melden.

    Wenn sich da jetzt Aktive aus anderen Häusern und Bezirken anschließen, könnte die Aktion vielleicht noch wirksamer werden.

    Die Infos zur Huttenstraße 71 komprimiert auf unserer Crowd Map:
    https://moabit.crowdmap.com/reports/view/229

    Viele Grüße
    Susanne

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