Archiv für Dezember 2011

Mieterhöhungen!

Heute flattern einigen (allen?) Bewohnern des Hauses Mieterhöhungen ins Haus, die die gesetzlich zulässigen 20 % voll ausschöpfen. Mit der Unterschrift unter die Einverständniserklärung hat es keine Eile. Selbst bei einem berechtigten Mieterhöhungs­verlangen muss die Zustimmung erst Ende Februar erklärt werden. Aber eine voreilige Zustim­mungs­erklärung kann nicht rückgängig gemacht werden. Also vorher auf Richtigkeit prüfen! Ein erster Anhaltspunkt:
http://www.bmgev.de/uploads/media/Mieterhoehung.pdf

Heiße Zeiten?

Nach Verkauf des Hauses und einigen Wohnungsbesichtigungen machen sich die Nachbarinnen und Nachbarn im Haus zunehmend Sorgen. Mit Recht. Kürzlich steckte eine fragwürdige Firma „pro soluta“ Schreiben in die Briefkästen und wünschte sich Gesprächstermine mit den Bewohnern. Ein Nachbar verteilte daraufhin Briefe im Haus, die auch im Treppenhaus aushängen:

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Liebe Nachbarinnen, liebe Nachbarn,

haben Sie auch einen Brief von „pro soluta“ mit dem Verlangen nach einem Gesprächstermin bekommen?
Reagieren Sie am besten gar nicht – rechtlich sind Sie nicht dazu verpflichtet!
pro soluta stellt sich als „Vermittler“ vor. Sie sind aber nicht neutral. Sie sind von der Hauseigentümerin beauftragt, werden von ihr bezahlt und handeln in ihrem Interesse. Mieter in anderen Häusern in Berlin haben mit dem Gespann Format Hausverwaltungen/pro soluta bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Die Inhaberin von pro soluta, Birgit Schreiber, beschreibt es selber auf der Karriereplattform xing.com als Unternehmensberatung. Die zweite Unterzeichnerin, Katja Götze-Stokowy, bezeichnet sich dort als freiberufliche Inhaberin eines Unternehmens der Immobilienbranche. An anderer Stelle tritt sie als Ansprechpartnerin eines Immobilienunternehmens auf.
Warum tritt die Hauseigentümerin nicht offen auf und wendet sich selber an uns? Wieso wird nicht klar ausgedrückt, welche Veränderungen sie vorhat? Offenbar sind die angekündigten Veränderungen nicht zu unseren Gunsten. Die Eigentümerin sieht anscheinend voraus, dass es Interessenkonflikte zwischen ihr und der Hausgemeinschaft geben wird – weshalb sonst sollte sie ein Unternehmen engagieren, das auf Konfliktlösungen im Eigentümerinteresse spezialisiert ist?
Wird in dem Schreiben an Sie auch eine Vollmacht behauptet? Eine Vollmacht braucht man nicht, wenn man nur vermitteln und moderieren will. Eine Vollmacht braucht man, wenn man als Vertreter auftritt, um Geschäfte für den Auftraggeber abzuschließen. Der Verdacht liegt nahe, pro soluta soll als scheinbar neutraler Vermittler die Mieter zu irgendetwas beschwatzen, was gewiss nicht in unserem Interesse als Mieter ist.
pro soluta wirkt auf mich unseriös. Die Verschleierung der Absichten deutet darauf ebenso hin, wie die Angabe einer Website, auf der keine Informationen über das Unternehmen zu finden sind. In der Vergangenheit war das Unternehmen auch als Geldeintreiber für Hauseigentümer tätig:

    http://www.immobilien-weekly.de/uploads/media/IMMOBILIEN-weekly-Ausgabe-70-vom-09-Juni-2010.pdf (→S. 11; „als Vertreter des Eigentümers“)

Auch für unsere Hausverwaltung hat pro soluta schon gearbeitet, um Wohnungen zu entmieten und dann in Eigentumswohnungen umzuwandeln:

    http://willibald-alexis-strasse34.blogspot.com

Es ist am besten, auf das Verlangen von pro soluta gar nicht zu reagieren. Falls es doch zu einem Gespräch kommt, sorgen Sie dafür, dass Freunde oder andere Vertraute als Zeugen dabei sind und machen sie genaue Notizen von dem Treffen. Unterschreiben Sie nichts und machen Sie keine Zusagen! Lassen Sie sich zu nichts drängen! Eine vorschnelle Unterschrift kann Sie die Wohnung und viel Geld kosten.
Es wäre sicherlich gut, wenn wir uns gegenseitig informieren und in nächster Zeit ein Treffen organisieren würden, um uns über unsere Situation auszutauschen und uns untereinander besser kennenzulernen.

Mit freundlichen, nachbarschaftlichen Grüßen
Ein besorgter Nachbar
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